justanotherfuckedupdayintheoffice

incubate global mindshare

justanotherfuckedupdayintheoffice header image 2

Kirchentag

March 5th, 2010 · No Comments

<<Reisebericht eines Noerglers>> oder

<<Warum man den Leib Christi nicht ungestraft in warme Milch tunken darf>>

Aller Laster Anfang ist ein Kritikpunkt (oder eine Stossstange mit drei s): Haetten sich die befischten Kreuztraeger fuer Ihren Jahrtausendkonvent nicht ne andere Farbe anstelle von orange aussuchen koennen? Einen Wahl- oder besser Zwangshollaender wirft es arktisch kalte Schauer ueber Ruecken und oberen Gesaessteil, knapp 700tausend, also die in-etwa-Bevoelkerungszahl ganz Amsterdams (mit Vororten), „der Herr gibt’s, der Herr nimmt’s“, „schaerfer, zackig, Amen“-Sager in Urdeutsch-romanischen Staedten wie Koeln preisen und peacen sehen zu duerfen. Und ich sage bewusst duerfen. Koennen, muessen oder wollen haben nicht mehr in die Zeile gepasst und sind beleidigt Bier trinken gegangen. mit der gross- und kleinschreibung und den dritten fall.

Ich haette dann aber schon gern einen dieser wahnsinnig feschen, orangefarbenen Schals gehabt. Hatten die da alle um’n Hals gewickelt. Also jeder fuer sich, ich nehme nicht an, gegenseitig. Das muss man sich in etwa so vorstellen, wie mit all denjenigen, die noch 23 Jahre nach dem Hurricane-Festival-Besuch mit den bekloppten bunten Armbaendern rumlaufen. Nur mit dem Unterschied, dass man die Armbander nicht waschen kann. Hoffentlich stellt sich jetzt der/die eine oder andere mal vor, welch olfaktorisches Jahrtausendevent eine Nasenprobe des Armbandes seines Bekannten waer. Tusch!

Denjenigen, welchen die Bilder von brennenden Flaggen unseres ehemals grossen Bruders aus dem von selbigem besetzen Irak noch gut im Gedaechtnis sind wird in etwa vorschweben, welcher feurigen Bestimmung ich diesen meinen leider nicht erhaltenen weil nicht energisch genug drum bemuehten Schal zugefuehrt haette. Wenn man doch nur wuesste, ob’s jetzt Dederon, Popeline oder Baumwolle gewesen waer… Zuendel, zuendel… Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit darf daran geglaubt werden, dass man fuer einwandfrei allergiefreies Textilium gesorgt hat. Man ist ja schliesslich eine der groessten Weltglaubensgemeinschaften. Glauben ist da wie Kruppstahl. Deutsche Qualitaetsware eben.

Darf man eigentlich heutzutage in der breiten Oeffentlichkeit ueber die Kirche herziehen? Dass das Horst-Wessel-Lied nicht mehr in der Mode ist hab ich ja mittlerweile verstanden. Ist halt nicht mehr gesellschaftsfaehig. Zumindest in der deutschen Gesellschaft. Selbst durchgestrichene Hakenkreuze gelten ja schon als verfassungsfeindlich (Symbolik ist alles, meine Damen und Herren). In Amerika wiederum sieht’s da ganz anders aus. Liebe Eltern, dort koennen sie ihre Kinder noch zum BdM oder in die Hitler-Jugend schicken, eine Karriere als Praesident eines Landes Ihrer Wahl ist im Preis mit inbegriffen. Schnell buchen, solange die Schlange noch nicht komplett bis um den Erdball reicht.

Beim Thema klerikale Tiraden jedoch fehlt mir irgendwie die Kenntnis ueber die allgemeine Akzeptanz innerhalb des Poebels. Und das war voellig wertfrei. Deutsch sowie amerikanisch. Gut, vielleicht kommt man in die Hoelle, schlimmer als Lauchhammer wird’s schon nicht werden.

Amen.

Tags: love · poetry

0 responses so far ↓

  • There are no comments yet...Kick things off by filling out the form below.

Leave a Comment